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Die ÖVIA

Wissenschaftlich fundiert, praxisorientiert & unabhängig

Beiträge zum ÖVIA Tagungsband 2013

Ressourceneffizienz - Ein Wettbewerbsfaktor für Produktionsunternehmen

  • Christian RAMSAUER
    Univ.-Prof. Dr.techn., Institutsleiter
    Institut für Industriebetriebslehre und Innovationsforschung, Technische Universität Graz

Die Ressourceneffizienz ist ein wichtiger Bestandteil jeder Initiative für die Standortsicherung in Hochlohnländern. Durch die Priorisierung der Regierungen von bedeutenden Industrienationen ist die Standortsicherung ein industriepolitisches Thema, das auch Österreich erfasst hat. In Deutschland spricht man vom Zukunftsprojekt "Industrie 4.0" das die "Smart Factory" in den Mittelpunkt stellt. Die Ressourceneffizienz als Wettbewerbsfaktor spielt bei allen Förderprogrammen eine zentrale Rolle. Die teilweise zunehmende Ressourcenverknappung äußert sich in Preissteigerungen, die bis vor kurzem nicht vorstellbar waren. Dies ist ein weiterer Treiber für Ressourceneffizienzinitiativen. Die Ressourcenschonung und ein ganzheitlicher Ansatz dafür werden insbesondere durch internationale Standards und der Politik innerhalb der EU sowie auf nationaler Ebene forciert.

Der Beitrag der Anlagenwirtschaft zur Ressourceneffizienz in der Produktion

  • Hubert BIEDERMANN
    o.Univ.-Prof. Dr.mont., Departmentleiter, Präsident der ÖVIA
    Department Wirtschafts- und Betriebswissenschaften, Montanuniversität Leoben

Ressourceneffizienz rückt aus ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Sicht immer stärker in den Fokus produktionswirtschaftlicher Aktivitäten. Dabei geht es nicht nur darum operative Effizienz zu erzielen, sondern darüber hinaus strategische Erfolgspotenziale aufzubauen. Im Mittelpunkt der Anlagenwirtschaft steht die Effizienz des Betriebsmittels, welche im Kontext der weiteren Produktionsfaktoren zu sehen ist. Zeit-, Qualitäts- und Kosteneffizienz kann im umfassenden Sinn insbesondere durch die Nutzung der Investitionsphase von Anlagen erzielt werden. Hierzu ist der Aufbau strategischen Fachwissens notwendig, welches neben einer Lernkultur der umfassenden und schwachstellenvermindernden interdisziplinären Anlagentechnik bedarf.

Verbundinstandhaltung bei KMU's

  • Andreas WEISSENBACH
    Prof. Dr.-Ing., Studiengangsleiter Maschinenbau, Produktions-, Logistikmanagement
    Hochschule Baden-Württemberg Mosbach

Die betriebliche Instandhaltung ist für die Sicherstellung einer betriebsspezifisch erforderlichen Verfügbarkeit und zuverlässigen Funktions- und Leistungsfähigkeit von technischen Einheiten verantwortlich. Nicht alle Unternehmen erkennen diesen Zusammenhang. Vor allem bei Kleinstunternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird der betrieblichen Instandhaltung häufig nur wenig Beachtung geschenkt. Eine Vernachlässigung der technischen Einheiten wird in Kauf genommen, wodurch sich die KMU gegenüber großen Unternehmen in eine nachteilige Lage bringen. Die Erörterung dieser Problematik und aus der Betrachtung organisatorischer-struktureller Aspekte lassen sich neue Formen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit im Bereich der betrieblichen Instandhaltung bei KMU ableiten. Eine "horizontale Instandhaltungskooperation" zur Leistungsbündelung von Instandhaltungsressourcen in einem Verbund von Unternehmen stellt dabei einen möglichen Lösungsansatz dar und beinhaltet im Vergleich zu den bislang üblichen Vorgehensweisen der Eigen- und Fremdinstandhaltung große Potenziale für KMU. Anhand von praxisrelevanten Fallbeispielen sowie mittels Simulationen unterschiedlicher Szenarien der geplanten und ungeplanten Instandhaltung lässt sich dies eindrucksvoll nachweisen – die Ergebnisse sind eindeutig. Die Verbundinstandhaltung im Rahmen einer horizontalen Instandhaltungskooperation von Unternehmen eröffnet für die betriebliche Instandhaltung bei KMU ganz neue Möglichkeiten. Sie ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einem verantwortungsvollen und professionellen Instandhaltungsmanagement.

Abläufe optimieren

  • Clemens DÜNOW
    Project Manager / TPM Instructor, ArcelorMittal Bremen

Was bedeutet: Vorhandenes Wissen bei der Anlagen-Neuplanung nutzen? Sicherlich kennt jeder eine Anlage oder ein Anlagenteil, von dem die dort arbeitenden Mitarbeiter sagen: "Das ist am grünen Tisch entworfen worden, mit uns hat darüber niemand gesprochen, uns hat keiner gefragt!" Genau das ist die Herausforderung: Vorhandenes Wissen bei Neu- und auch Anlagenumplanungen nutzen. Wie komme ich aber jetzt an das Wissen und wie kann ich es in Zeiten sammeln, in denen ich es nicht umgehend nutze, damit es mir in späteren Zeiten auf "Knopfdruck" zur Verfügung steht?

Strategiefindung in der Instandhaltung

  • Stefan HÖLBFER
    Dipl.-Ing., Teamleader Rotating Equipment, OMV Refining & Marketing GmbH

Dieser Beitrag zeigt zunächst welche zentrale Rolle die Instandhaltungs-Strategieplanung im ressourceneffizienten Anlagenmanagement vor dem Hintergrund der gestiegenen Anforderungen an kapitalintensive, produzierende Unternehmen spielt. Darauf aufbauend wird ein Verfahren zur Strategiewahl in der Instandhaltung vorgestellt, welches einen wesentlichen Beitrag zur Dynamisierung derselben darstellt. Dabei wird dem Anwender ein Instrument bereitgestellt, das neben der eigentlichen Strategieauswahl noch die Ermittlung der Wirkungszusammenhänge und Einflussfaktoren auf das Ausfallverhalten der Instandhaltungsobjekte ermöglicht und dieses auch praktikabel charakterisiert.

Resource Risk Based Maintenance

  • Werner SCHRÖDER
    Dr. mont., Assistenzprofessor, Geschäftsführer der ÖVIA
    Lehrstuhl Wirtschafts- und Betriebswissenschaften, Montanuniversität Leoben
  • Bernd KLEINDIENST
    Dipl.-Ing., Wissenschaftlicher Mitarbeiter
    Lehrstuhl Wirtschafts- und Betriebswissenschaften, Montanuniversität Leoben

Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen der risikoorientierten Instandhaltungsstrategie (Risk Based Maintenance - RBM) wird in diesem Artikel ein Vorgehens- und Entscheidungsmodell beschrieben, welches darauf abzielt, den Ressourceneinsatz von Instandhaltungsmaßnahmen für ein System zu optimieren; dies bei gleichzeitiger systematischer Risikobewertung in Hinblick auf die zu erreichenden Zielgrößen. Der Ansatz Resource Risk Based Maintenance folgt der Prämisse, dass durch die gezielte Auseinandersetzung mit der Risikostrategie bzw. den Risikozielen eines Unternehmens und dessen Bezug auf den Produktionsfaktor Anlage noch entsprechende Ressourcenoptimierungspotenziale aufgedeckt werden können.

Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz in der Instandhaltungslogistik

  • Britta WORTMANN
    Dipl.-Kfr., Wissenschaftliche Mitarbeiterin
    Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik
  • André WÖTZEL
    Dipl.-Wirt.-Ing., Wissenschaftlicher Mitarbeiter
    Lehrstuhl Fabrikorganisation, Technische Universität Dortmund

Bis heute werden in der Industrie unnötig Ressourcen verschwendet, vor allem in Form von Energie und Material. Bisherige Bemühungen in Wirtschaft und Forschung zur Verbesserung der Situation und zur Erhöhung der Ressourceneffizienz beschränken sich häufig auf den reinen Produktionsprozess und einzelne Unternehmen. Dabei wird vernachlässigt, dass auch in produktionsnahen Bereichen wie bspw. der Instandhaltung und der Logistik wesentliche Potenziale schlummern, die bisher noch nicht näher betrachtet wurden. Im Verbundprojekt Ressourceneffiziente Instandhaltungslogistik des EffizienzCluster LogistikRuhr werden daher die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung am Beispiel der Instandhaltung und der Logistik in Chemieparks untersucht.

Ressourceneffizientes Ersatzteilmanagement am Beispiel der XERVON

  • Alexa ENNING
    Dipl.-Wirt.-Ing., Leitung Materialwirtschaft, XERVON
  • Marcus SCHNELL
    Dr.-Ing., Leiter Instandhaltungsmanagement, XERVON

XERVON zählt zu den führenden Unternehmen für technische Dienstleistungen im Rahmen der Errichtung und Instandhaltung von Industrieanlagen weltweit. Dabei liegt der Kundenfokus vornehmlich in der Chemie und Petrochemie, der Energiewirtschaft und der Bauindustrie. Die Materialwirtschaftsorganisation der XERVON setzt sich maßgeblich aus den einzelnen Standortorganisationen im Bereich "MaWi, Lagerwesen, Einkauf" sowie einige zentral angesiedelte Einheiten (zentraler oder regionaler Einkauf) zusammen. Nachfolgend werden einzelne sog. Best Practice Beispiele erläutert, die beispielhaft für die Aktivitäten der XERVON in diesem Bereich stehen und deren Bedeutung im Zusammenhang mit der effizienten Abwicklung der Instandhaltungsdienstleistungen unterstreichen sollen.

Instandhaltung 2.0 - Wie sieht die Zukunft der Instandhaltung mit SmartApps aus?

  • Markus BECKER
    Principal System Analyst Information Technology, Boehringer Ingelheim

Die Herausforderung ist heute nicht mehr, eine mobile Lösung im Instandhaltungsumfeld zu finden; viel schwieriger ist es heute, aus den vielen guten Lösungen, die am Markt verfügbar sind, diejenige herauszufinden, die sich am besten für ein immer globaler werdendes IT-Umfeld in größeren Unternehmen eignet. In diesem Artikel wird die Herangehensweise an diese Thematik beschrieben, die Auswahl der mobilen Endgeräte und die Umsetzung mit einem Prototyp auf Basis 'Movilizer' von der Movilizer GmbH. Der erste Teil beschreibt das Auswahlverfahren, welches entwickelt wurde, um den in allen Kategorien am besten passenden Anbieter zu finden. Der zweite Teil widmet sich der im Piloten verwendeten Software und den damit entwickelten mobilen Instandhaltungsszenarien.

Wandlungsfähige Instandhaltung durch neue Softwaretools - Was verbirgt sich hinter iMaintenance?

  • Oliver WICHMANN
    Leiter Mobile Solutions, Bilfinger Maintenance Südwest

Instandhaltung wird getrieben durch den Zielkonflikt Kosten zu optimieren und gleichzeitig eine hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten. Das hier vorgestellte System hilft durch die Optimierung von Inspektions- und Wartungsintervallen Kosten zu senken, ohne die Verfügbarkeit zu gefährden und richtet sich an Instandhalter, die das SAP Instandhaltungsmodul EAM einsetzen und präventive Instandhaltungsstrategien (Inspektion und Wartung) verwenden. Es werden die Arbeitsweise der Lösung und die notwendige Systemarchitektur beschrieben.

Systematische Steuerung von IH-Prozessen

  • Matthias DUDDECK
    Leiter TPM, Evonik Industries

Eine wettbewerbsorientierte Unternehmensführung rückt heute die Instandhaltungssysteme immer mehr in den Fokus. Die Unternehmen werden hinsichtlich ihrer Flexibilität immer stärker herausgefordert. Ein steigendes Produktportfolio mit immer kürzeren Lebenszykluszeiten ist die Folge. Sämtliche Produktions- und Geschäftsprozesse müssen dies zukünftig immer stärker abbilden. Die Entwicklung zu einem adaptiven Unternehmen ist eine Möglichkeit, dieser Entwicklung zu begegnen. Aber was bedeutet das, ein adaptives Unternehmen zu entwickeln? Welche Schritte sind notwendig, um hochflexibel auf Marktbedürfnisse reagieren zu können? Das bedeutet zum einen eine hohe Anlagenverfügbarkeit und hohe Flexibilität aller Beteiligten sicherzustellen für den Fall, dass der Markt "zieht" und zum anderen, die Vorbereitung der betrieblichen Organisation auf die Situation bei Marktschwächung einzustellen. Wie gelingt es, eine hohe Anlagenverfügbarkeit bei steigendem Kostendruck und trotz Budgetkürzungen in der Instandhaltung zu erreichen? Eine Antwort auf diese Frage und mögliche Auswege aus der Problematik werden hier beschrieben.

Modelle und KPI's zur Bewertung der Ressourceneffizienz im Bereich der Anlagenwirtschaft

  • Markus GRAM
    Dipl.-Ing., Wissenschaftlicher Mitarbeiter
    Lehrstuhl Wirtschafts- und Betriebswissenschaften, Montanuniversität Leoben

In diesem Beitrag wird auf die Analyse und Bewertung der Ressourceneffizienz in der Anlagenwirtschaft eingegangen. Hierzu wird zuerst geklärt, was unter Ressourceneffizienz zu verstehen ist und wie der Bereich der Anlagenwirtschaft abzugrenzen ist. Folgend werden Kennzahlen und Kennzahlensysteme, die in der Anlagenwirtschaft eingesetzt werden, veranschaulicht. Zur Bildung von Kennzahlensystemen wird der Einsatz des Balanced Scorecard Ansatzes im Anlagenmanagement beschrieben und dessen Einsatz in der Industrie gezeigt. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wird ein neuer Ansatz der Verlust Scorecard im Anlagenmanagement vorgestellt.

 

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