Header Bild

Die ÖVIA

Wissenschaftlich fundiert, praxisorientiert & unabhängig

Beiträge zum ÖVIA Tagungsband 2012

Der Wirtschaftsstandort Österreich und seine Erfolgsfaktoren

  • Jochen PILDNER-STEINBURG
    Mag., Präsident der Industriellenvereinigung Steiermark, GAW technologies GmbH

Bill Clinton hat in seinem zweiten Wahlkampf einen legendären Satz geprägt, "It’s the Economy, Stupid", was frei übersetzt heißt, auch minderbegabte Geister sollten verstehen, dass ohne Wirtschaft nichts läuft. Nach den Erfahrungen der Krise könnte man den Satz abändern: ohne Industrie läuft nichts. Länder wie Großbritannien, Frankreich und ganz zu schweigen von Griechenland & Co mussten schmerzhaft zur Kenntnis nehmen, dass Konsum und Dienstleistungen ohne feste Basis im produzierenden Sektor eine dramatische Sackgasse darstellen. Jetzt sind hektische Re-Industrialisierungsmaßnahmen im Gange, aber wer will in Ländern investieren, deren Standortfaktoren suboptimal sind und die – was noch viel schlimmer wiegt – ihre traditionelle und gut ausgebildete, industrielle Workforce praktisch verloren haben? Geht es uns in Österreich, in der Steiermark besser?

Der Beitrag der Anlagenwirtschaft zur Standortsicherheit

  • Hubert BIEDERMANN
    o.Univ.-Prof. Dr.mont., Departmentleiter, Präsident der ÖVIA
    Department Wirtschafts- und Betriebswissenschaften, Montanuniversität Leoben

Wachstumsrückgang in Kerneuropa, veränderte nicht prognostizierbare Marktveränderungen, steigende Qualitäts- und Flexibilitätserfordernisse gefährden zunehmend Industriestandorte in Hochlohnländern Europas. Gleichzeitig bieten sich durch Megatrends Wachstumssegmente an, die durch Produkt- und Prozessinnovationen erschlossen werden können. Im Rahmen der Prozessverbesserung bildet die integrierte Anlagenwirtschaft ein wesentliches Element. Wird diese in ein Produktionsmanagement eingebettet, so kann sie die Prozessinnovation wesentlich beeinflussen. Entscheidend ist dabei allerdings die umfassende Etablierung einer Lernkultur, die veränderte Planungs-, Organisations-, Führungs- und Informationssysteme bedarf.

Ganzheitliche Optimierung von Produktionsabläufen

  • Reinhold WIETH
    Dipl.-Ing., Operations Manager, Cooper Crouse-Hinds GmbH

Neben TPM werden weitere Methoden bzw. Schwerpunkte zur sicheren und effizienten Fertigung von hochwertigen Produkten beschrieben. Es ist am Anfang eminent wichtig, seitens des Managements für klare Ziele und Werte in der täglichen Zusammenarbeit zu sorgen und diese konsequent vorzuleben. Mit den Werkzeugen TPM, MOC oder den täglichen GEMBA-walks, um nur einige herauszugreifen, ist es uns gelungen, eine hervorragende Anlagenverfügbarkeit und sichere, produktive Arbeitsplätze zu schaffen.

Safety Excellence im Produktions- und Anlagenmanagement

  • Werner SCHRÖDER
    Dr. mont., Assistenzprofessor, Geschäftsführer der ÖVIA
    Lehrstuhl Wirtschafts- und Betriebswissenschaften, Montanuniversität Leoben

Nicht nur schwere Unfälle, sondern auch Beinahe-Unfälle unterbrechen die Produktionsprozesse und führen dadurch zu substantiellen ökonomischen Verlusten. Untersuchungen zeigen, dass 80% aller Unfallursachen, vor allem in produzierenden Bereichen, auf menschliche Fehlhandlungen zurückzuführen sind. Unsicheres und gefährliches Verhalten liegt jedoch nicht zuletzt auch in mangelhaften bzw. fehlenden organisatorischen Regeln bzw. in einem unzureichenden Sicherheitsmanagementsystem begründet. Im folgenden Beitrag werden die wesentlichsten Dimensionen für ein adäquates Sicherheitsmanagement herausgearbeitet. Anschließend wird ein Modell skizziert, welches den beschriebenen Anforderungen an ein Sicherheitsmanagementsystem für die produktionsnahe Umgebung Rechnung tragen soll. Dieses Grundmodell stellt lediglich einen Bezugsrahmen dar, welcher je nach Anforderung an das Sicherheitsmanagement individuell ausgestaltet werden kann.

Aktuelle Entwicklungen im Bereich Anlagensicherheit und Risikomanagement

  • Reinhard PREISS
    Dipl.-Ing. Dr., Leiter Bereich International, TÜV Austria Services GmbH

Die Sicherheit des Betriebs von Anlagen, welche im Störungsfall eine Gefahr für Menschen, Umwelt und Sachgüter darstellen können, erfordern eine strukturierte Vorgehensweise zur Minimierung ebendieser Gefahren. In diesem Zusammenhang stellt ein strukturierter Risiko-Managementprozess eine unabdingbare Notwendigkeit dar. Im vorliegenden Beitrag wird auf das diesbezügliche Regelwerk ISO 31000 hingewiesen und ein kurzer Vergleich zwischen diesem Regelwerk und dem Up-to-Date Ansatz für Anlagensicherheit bzw. als Anwendungsbeispiel dem OIMS (Operations Integrity Management System ) von Exxon Mobile gezogen.

Anlagensicherheit und Legal Compliance

  • Gernot GAMERITH
    Dipl.-Ing. Dr., Geschäftsführer, As-U Gamerith-Weyer
    Ingenieurgesellschaft für Anlagensicherheit, Umweltschutz und Verfahrenstechnik mbH

Die Forderung nach angemessener und ausreichender Anlagensicherheit ist heute ein zentrales Thema im Rahmen eines rechtskonformen Betriebs. Anlagensicherheit wird heute durch die Kombination unterschiedlicher Instrumente eines Sicherheitsmanagementsystems erfüllt. Einer der Kernpunkte dieser Instrumente sind Risikobetrachtungen in verschiedenen Lebenszyklusphasen der Anlagen eines Betriebes. Besonders zu beachten ist dabei der üblicherweise durchgeführte laufende Optimierungsprozess. Bspw. kann die Reduktion von IH-Maßnahmen aus Kostengründen einen beträchtlichen Einfluss auf die Sicherheit und letztlich auch die Verfügbarkeit einer Anlage haben. Nur ein sehr systematischer Zugang und eine konsequente Vorgehensweise unter Einbeziehung der betrieblichen Erfahrung und der Auswertung von Ereignissen können zu einem angemessenen Management für Anlagensicherheit führen. Damit wird jedoch auch ein wirtschaftlicher Vorteil durch eine höhere Verfügbarkeit verbunden sein.

Anlagenzuverlässigkeit und Ersatzteilversorgungssicherheit

  • Ralf SCHÖNENBORN
    Leiter Instandhaltungsoptimierung, InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG

Dieser Beitrag gibt einen erfahrungsbasierten Einblick in unterschiedliche Ursachen und Verbesserungsansätze zur Anlagenzuverlässigkeit und Ersatzteilversorgungssicherheit. Beide Themen werden maßgeblich durch das "Zusammenspiel" von Produktion und Instandhaltung sowie der Instandhaltungsstrategie beeinflusst.

Strukturierte Risikominimierung mit Präventions-Excellence

  • Thomas HABERMANN
    Dipl.-Ing., Geschäftsführer, Excellence Gesellschaft für Wertschöpfung mbH ®
  • Alexander ASBÄCK
    Dipl.-Ing., Geschäftsfeldleiter, VTU Engineering GmbH

Wenn exklusive Management-Beratung auf langjährige Engineering-Kompetenz trifft, entstehen Synergien, von denen Industrieunternehmen profitieren. Ein Resultat dieser Synergien ist die Präventions-Excellence von der Excellence Gesellschaft für Wertschöpfung mbH in Zusammenarbeit mit der VTU Engineering GmbH. Die Präventions-Excellence dient der strukturierten Minimierung von potentiellen und drohenden Risiken beispielsweise in Bestandsanlagen, im Anlagenbau über Produktionsabläufe bis hin zur Strategieentwicklung. Unter aktiver Beteiligung des beauftragenden Unternehmens führt eine dezidierte Analyse zu der Gewähr und Erhöhung von Qualität und Sicherheit. Produkte, Prozesse oder Anlagen sind so zu optimieren, dass minimale Fehler, Risiken und Gefahren auftreten. Enorme sekundäre Kosten durch Produktionsausfall oder Prozessunterbrechungen werden vermieden, sodass Wirtschaftlichkeit bei hoher Kundenzufriedenheit nachhaltig erzielt wird.

Herausforderungen an die IT-Security im produktionsnahen Umfeld

  • Paul TAVOLATO
    Dipl.-Ing. Dr., Fachhochschuldozent
    Institut für IT-Sicherheitsforschung, Fachhochschule St. Pölten GmbH

Durch das zunehmende Zusammenwachsen von Produktion und Informationstechnologie gewinnt auch das Thema IT-Security an Bedeutung. Maschinen und Produktionssysteme sind immer häufiger mit dem EDV-System des Unternehmens vernetzt und erhalten dadurch eine Schnittstelle zur Außenwelt – ins Unternehmensnetz, zum Laptop des Wartungstechnikers und ins öffentliche Internet. Security kann daher nicht mehr ignoriert werden. Maßnahmen aus dem Bereich der konventionellen EDV sind aber nur bedingt auf Produktionssysteme übertragbar; zu unterschiedlich sind die Anforderungen. Nach einem kurzen Überblick über mögliche Bedrohungen wird ein kleiner Einblick in die Techniken krimineller Aktivitäten im IT-Bereich gegeben. Zum Abschluss wird eine Vorgangsweise in fünf Schritten empfohlen, um sich den Herausforderungen der IT-Security auch im Produktionsbereich entgegenstellen zu können.

Life-Cycle-Monitoring

  • Eckart UHLMANN
    Prof. Dr. h.c. Dr.-Ing., Universitätsprofessor an der TU Berlin
    Direktor des Fraunhofer Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK)
  • Claudio GEISERT
    Dipl.-Ing., Wissenschaftlicher Mitarbeiter
    Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK)
  • Eckhard HOHWIELER
    Dipl.-Ing., Wissenschaftlicher Mitarbeiter
    Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK)

Der vorliegende Beitrag beschreibt zunächst, aus welchen Gründen ein Life-Cycle-Monitoring notwendig ist. Er zeigt auf, welche prinzipiellen Daten benötigt werden, wie sie erfasst, archiviert und sinnvoll verknüpft werden können. Die Notwendigkeit der informationstechnischen Verknüpfung der in einer heterogenen Systemlandschaft vorliegenden Informationen wird abschließend an einem kurzen Praxisbeispiel erläutert.

Methoden und Bewertungsansätze zur Bestimmung von Ausfallkosten von Anlagen

  • Markus GRAM
    Dipl.-Ing., Wissenschaftlicher Mitarbeiter
    Lehrstuhl Wirtschafts- und Betriebswissenschaften, Montanuniversität Leoben

Der folgende Artikel behandelt die Thematik der Ausfallkosten von Anlagen. Hierbei wird vor allem auf die existierenden Ansätze der Ermittlung und Abschätzung der entstehenden Kosten bei Ausfall und Störung von Anlagen eingegangen. Es werden Methoden aus dem klassischen Anlagenmanagement sowie der TPM- und Lean Maintenance Philosophie veranschaulicht. Auf diesen Ansätzen aufbauend wird ein Vorgehensschema vorgestellt, das zur Ermittlung der Ausfallskosten herangezogen werden kann.

Wer hat hier gesagt, dass Sicherheit wichtig ist?

  • Günter HORN
    Dipl.-Ing. Dr., Geschäftsführer, Dr. Horn Engineering

Sicherheit ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Sicheres Handeln wird gelehrt, Gefährdungsanalysen in vielen Bereichen vorgeschrieben und Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie Sicherheitsbeauftragte sind installiert und integriert. Immer wieder ist aber festzustellen, dass trotzdem Sicherheit wirtschaftlichen Prioritäten unterliegt. In der Regel hat das keine direkten Konsequenzen und Mitarbeiter, Controller und Führungskräfte fühlen sich bestätigt. Akzeptiert man diesen Prozess, untergräbt man mittelfristig die Sicherheitskultur im Unternehmen, die mühevoll etabliert worden ist.

 

⇐  [Alle Bücher]