Header Bild

Die ÖVIA

Wissenschaftlich fundiert, praxisorientiert & unabhängig

Beiträge zum ÖVIA Tagungsband 2009

Erfolgsfaktoren eines ganzheitlichen Instandhaltungsmanagements

  • Hubert BIEDERMANN
    o.Univ.-Prof. Dr.mont., Departmentleiter, Präsident der ÖVIA
    Department Wirtschafts- und Betriebswissenschaften, Montanuniversität Leoben

Die Philosophie des Generic Management kann als Basis der normativen Ausrichtung des Anlagen- und Produktionsmanagements mit der Orientierung langfristiger Wertsteigerung, Flexibilität und den Stakeholdern als Wesensmerkmal verstanden werden. Der Artikel beleuchtet die Bedeutung des Zusammenwirkens der normativen, strategischen und operativen Ebene im Instandhaltungsmanagement und zeigt Gestaltungshinweise zur normativen Ausrichtung und Erfolgsfaktoren im strategischen Management auf. Des Weiteren werden die strategische Planung als Basis zur Entwicklung von Kernkompetenzen zur Effektivitätserhöhung und der strategische Plan als schriftliche Fixierung des Gesamtbildes zur Strategieumsetzung auf der operativen Ebene beleuchtet. Eine Darstellung der wesentlichen Erfolgspotenziale im operativen Instandhaltungsmanagement rundet das Bild des ganzheitlichen Instandhaltungs-managements ab.

Effizientes Shutdownmanagement in der Prozessindustrie

  • Rainer BETZIN
    Dipl.-Ing., MBA, Leiter Instandhaltungs- und Montagemanagement
    InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG

Die Potenziale und positiven Auswirkungen einer bedarfsgerechten Planung und Vorbereitung von Anlagenstillständen auf die Kosten, den Abstellungszeitraum und die Anlagendokumentation, werden in vielen Anlagen der Prozessindustrie auch heute noch nicht ausgeschöpft. Der Beitrag soll den Begriff Shutdownmanagement und die zugehörigen Leistungsschwerpunkte verdeutlichen und helfen, ein bedarfsgerechtes, individuell auf die Anlage zugeschnittenes Shutdownmanagement zu implementieren. Die Spannbreite zur Abwicklung von Shutdowns reicht vom Best Case, am Beispiel von Abstellungen in der Petrochemie ("Nach dem Stillstand ist vor dem Stillstand" und Beschäftigung hauptamtlicher Shutdownmanager), bis hin zum Worst Case, am Beispiel kleiner Anlagen in der Prozessindustrie (Erfahrungsbasierter Personalbedarf und "Haben wir immer so gemacht"). Einflussfaktoren und Hilfsmittel zur Bestimmung des Umfangs eines bedarfsgerechten, individuell auf die Anlage zugeschnittenen und wirtschaftlichen Shutdownmanagements werden vorgestellt. Die Bedeutung einer effizienten Planung von Shutdowns und Argumente für eine Abwicklung von Shutdowns im Festpreis werden ausführlich erläutert und können helfen, ein auf Ihre Anlage zugeschnittenes Shutdownmanagement zu implementieren.

Prozessverbesserung in Instandhaltungswerken der DB

  • Martin AURICH
    Dr.-Ing., Projektleiter Produktion
  • Stefan DAUMÜLLER
    Bereichsleiter Flottenvorhaltung und -behandlung
  • Karsten DEHNEN
    Dr., Teamleiter Instandhaltungsprozesse
  • Uwe KRECKEL
    Abteilungsleiter Bereitstellung und Instandhaltung
    (alle Deutsche Bahn Fernverkehr AG)

Die Fahrzeuginstandhaltung ist zentraler Bestandteil des Bereitstellungsprozesses von Fernverkehrszügen. Neben der Instandhaltung erfolgen an den bundesweit verteilten zehn Bereitstellungsstandorten unter anderem Innenreinigung, Wasserversorgung und Catering der Züge. Zusätzlich werden die Züge durch Zugtechniker und Unterwegsreiniger abschnittsweise im Betrieb begleitet. Für die Flottenvorhaltung und -behandlung im Fernverkehr besteht über die Gewährleistung des hohen Sicherheitsniveaus hinaus eine wichtige Aufgabe darin, die Effizienz der Prozesse bundesweit fortlaufend zu steigern. Dies erfolgt zum Nutzen der Fahrgäste und des Unternehmens. Zum Verständnis der Branche werden in diesem Beitrag die Rahmenbedingungen der Fahrzeuginstandhaltung der DB Bahn Fernverkehr AG skizziert. Darauf aufbauend werden das Managementsystem, angewendete Methoden sowie Praxisbeispiele zur Optimierung der Instandhaltungswerke vorgestellt.

Kostenoptimierung und effizientes Controlling in der Instandhaltung

  • Alexander OBERFRANK
    Ing., Koordinator / Controller Instandhaltung, OMV Erdgas GmbH

Bei dezentralen Standorten für die Instandhaltung eines Hochdruck-Erdgasnetzes ist es zwingend notwendig, ein einheitliches Instandhaltungstool für eine zentrale Analyse zur Verfügung zu haben. In dem vorliegenden Beitrag wird auf die Vorgehensweise der OMV GAS GmbH eingegangen, wie man auf Grund der dezentralen Competence Center in Österreich die Anforderungen an die Instandhaltung als zentrale Stelle umgesetzt hat. Darüber hinaus werden die Wege von der schriftlichen Dokumentation der Instandhaltungstätigkeit bis hin zum Arbeiten mit PDA's (Personal Digital Assistent) aufgezeigt. Mit dem neu aufgesetzten Instandhaltungsprozess und der nicht mehr nur Vorort durchzuführenden Controlling-Tätigkeit sind nicht nur im Arbeitsablauf Effizienzsteigerungen ersichtlich sondern es ist auch eine sichere Dokumentation der erfolgten Maßnahmen am Leitungsverlauf möglich. Diese zentrale Dokumentation ist als Datenbasis für Behörden, Legal Compliance unumgänglich.

TPM und Produktionslogistik – ein Widerspruch?

  • Eva SCHIEFER
    Dr.mont., Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrstuhl WBW, Montanuniversität Leoben
  • Peter MARKIEWICZ
    Dipl.-Ing., Betriebsleiter Blockwalzwerk, Böhler Edelstahl GmbH & Co KG

Das zentrale Ziel von TPM besteht darin, die sechs großen Verlustquellen von Produktionsanlagen zu reduzieren. Gegenstand der Produktionslogistik ist indessen die Planung, Steuerung und Kontrolle der innerbetrieblichen Material– und Informationsflüsse. Der vorliegende Beitrag zeigt auf, dass diese zwei Wissenschaftszweige sich nicht widersprechen, sondern aufgrund ihrer selben Zielsetzung, nämlich die Effizienz und Effektivität des Leistungserstellungsprozesses zu steigern, ergänzen. Aufbauend auf der Erörterung der Schnittstellen zwischen TPM und der Produktionslogistik wird ein Vorgehenskonzept präsentiert, welches bei der Optimierung von produktionslogistischen Zielgrößen Anwendung findet, jedoch auch die Ziele des TPM berücksichtigt. Besondere Bedeutung kommt im Rahmen dieses Konzepts auch der OEE (Overall Equipment Effectiveness) zu, da mittels ihr die Verlustquellen von Anlagen aufgezeigt werden. Das vorgestellte theoretische Konzept wird als Umsetzungshilfe für den Praktiker an einer Problemstellung der Stahlindustrie aufgezeigt.

Total Productive Maintenance Assessment Tool

  • Werner SCHRÖDER
    Dr.mont., Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Lehrstuhl WBW, Montanuniversität Leoben
  • Friedrich SZUKITSCH
    Ing., Geschäftsführer, IFS EDV Dienstleistungen

Folgender Artikel zeigt eine ganzheitliche Sicht auf das Instandhaltungsmanagement und beschreibt eine Methodik, welche eine umfassende Bewertung und ein strategisches Controlling des Instandhaltungsmanagements ermöglicht. Zu Beginn werden Bedeutung, Potenziale und Einflussgrößen der industriellen Instandhaltung diskutiert, bevor auf jene Aspekte eingegangen wird, die das Instandhaltungsmanagement aus einer systemtheoretischen Betrachtungsweise ganzheitlich beschreiben. Diese Aspekte werden in einem Bezugsrahmen zusammengeführt, um daraus eine Bewertungsmethodik abzuleiten. Die dazu entwickelte Softwareapplikation „TPMAT“ ermöglicht einen anwendungsorientierten praktischen Einsatz.

Das CE-Zeichen: Bürde oder Zusatznutzen?

  • Martin DÜR
    Dr., MBA, Ingenieurbüro für Arbeitssicherheit und Umweltschutz

Beim Kauf von Maschinen und Anlagen spielen für den Kunden "Soft Facts" wie sicherheitstechnische Parameter eine immer bedeutendere Rolle. Eine Hilfestellung zur Rechtssicherheit für Kunden und Lieferanten bieten die Herstellerrichtlinien wie z.B. die Maschinen–Sicherheitsverordnung MSV 2010 mit den harmonisierten Normen. Der Hersteller mag die 660 harmonisierten Normen anfänglich als Bürde betrachten, da je nach Maschinentyp die ca. 10 bis 20 relevanten Normen erst herausgefiltert werden müssen. Dafür wird der Lieferant bei Einhaltung mit der Rechtssicherheit wegen Beweisvermutung entschädigt. Weiters sind für den Anwender geringere Kosten über den gesamten Lebenszyklus wegen ungeplanter Anlagenstillstände aufgrund von Unfällen zu erwarten als bei Anlagen ohne rechtmäßiges CE-Zeichen. Anhand eines Gerichtsverfahrens wird gezeigt, dass der Hersteller X einer Trockenmischanlage nach einem schweren Unfall nicht in den Genuss der Beweisvermutung kam, da er die Einhaltung der harmonisierten Normen nicht nachweisen konnte. In einem weiteren Beispiel wird gezeigt, dass ein Unternehmen Y als Anwender durch wesentliche Veränderungen bei seinen Nassmischanlagen Herstellerstatus bekommt und für alle Nassmischanlagen Konformitätsverfahren durchführt. Der Zusatznutzen eines rechtmäßigen CE-Zeichens überwiegt sowohl für Lieferanten als auch für Kunden wegen der höheren Rechtssicherheit und der höheren Anlagenverfügbarkeit.

Die neue Maschinen-Sicherheitsverordnung (MSV 2010)

  • Christian SCHENK
    Ing. Mag., Schulungsleiter Prävention, AUVA

Mit Jahresende 2009 wird die Maschinen–Sicherheitsverordnung (MSV) aus dem Jahr 1994 durch die neue Maschinen–Sicherheitsverordnung (MSV 2010) ohne Übergangsfrist der gleichzeitigen Anwendung abgelöst. Durch die MSV 2010 werden die Anforderungen geregelt, die von Herstellern und Inverkehrbringern einer Maschine erfüllt werden müssen, bevor sie eine Maschine mit CE-Kennzeichnung versehen und in Verkehr bringen dürfen. Im folgenden Beitrag werden vor allem die Hauptelemente der MSV 2010 sowie die wesentlichen Änderungen im Vergelich mit der MSV aus dem Jahr 1994 behandelt.

Die Instandhaltung im Spannungsfeld zwischen Investitions- und Life-Cycle-Kosten

  • Frank BÜNTING
    Dr., Geschäftsführer Arbeitskreis Lebenszykluskosten, VDMA e.V.

Die Instandhaltung steht vor der Herausforderung, die Maschinen und Anlagen möglichst kostengünstig und schnell betriebsbereit zu halten. Da sie in der Regel aber nur ein geringes Mitspracherecht bei den Investitionsentscheidungen hat, bleibt ihr oft nur die Möglichkeit, zu reagieren anstatt zu agieren. Die unterschiedlichen Instandhaltungsstrategien wie korrektive, vorausbestimmte oder zustandsabhängige Instandhaltung bieten zwar die Möglichkeiten zur Optimierung, wenn aber eine Maschine oder Anlage nicht optimal für ihre Aufgabe ausgelegt ist, dann kann nur Schadensbegrenzung betrieben werden. Eine vermeintlich günstig eingekaufte Maschine erweist sich dann bei der Betrachtung der Lebenszykluskosten (LCC) als die schlechtere Alternative, weil höhere Instandhaltungsaufwendungen und längere Stillstandzeiten die Ersparnis beim Einkauf schnell aufbrauchen.

Contractor Management oder Flexibilität in der Dynamik des Kunden-Service

  • Manfred FUCHS
    Dr.mont., MBA, Director of Customer Service, KNAPP AG
  • Gerald HOFER
    MBA, Mitglied der Geschäftsleitung, KNAPP AG

Das Thema Kundenservice hat sich in der Logistik–Branche vor einigen Jahren dramatisch verändert. Andere Branchen haben diese im Folgenden beschriebene Veränderung schon in den 90er Jahren durchlaufen müssen. Die angesprochenen Änderungen sind das ins Rampenlicht schlüpfende Kundenservice als Verkaufsentscheidungskriterium im Anlagenbau. Die auslösenden Faktoren für diese Änderungen waren und sind mannigfaltig, resultieren aber in den meisten Fällen aus wirtschaftlichen Nöten. Entweder sind es ausbleibende Umsätze und zu hohe Kosten – also finanzielle Gründe – oder aber auch, dass die Kunden die nötigen Leistungen zum Betrieb ihrer Anlage nicht selbst organisieren oder bewerkstelligen konnten. Das professionell organisierte Kundenservice hatte somit seine Geburtsstätte gefunden.

Energieeffizienzsteigerungen in der Instandhaltung

  • Bernd BAUER
    Dr., Manager Territory Sales Süd, Service Division, SKF GmbH

Der Instandhaltungsbereich wird gegenüber der Produktion oft vernachlässigt, wenn es um die Ausschöpfung von Potentialen zur Energieeffizienzsteigerung geht. Dabei lassen sich Energieeinsparpotentiale im Rahmen der Instandhaltung mitunter kostengünstig erschließen. Um bei Energieeffizienzsteigerungen für die Instandhaltung konstruktiv mitwirken zu können ist es erforderlich, mit der richtigen Strategie über eine umfassende Beratung, Einsparungen bzw. einen Mehrwert richtig darzustellen. Die SKF Potentialanalyse – Energie und Nachhaltigkeit ist ein webbasiertes anlagenweites Assessment-Werkzeug, das benutzt wird, um die Unternehmensbereiche zu prüfen, wo für eine Verbesserung der Energieeffizienz, Chancen bestehen können. Das SKF Documented Solution Programme schließlich bietet ein geeignetes Werkzeug, das für die Vorhersage und Messung der realen, jährlichen netto Kosteneinsparungen die man für Kunden und auch intern realisieren kann, die Grundlage bietet. So können gezielt energiesparende Produkte und Dienstleistungen da eingesetzt werden, wo es für Umwelt und Wirtschaftlichkeit am effektivsten ist.

Energiemanagement-Assessment als Instrument eines effizienten und effektiven Energiemanagements

  • Rupert BAUMGARTNER
    Priv.-Doz. Dr.mont., Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Lehrstuhl WBW, Montanuniversität Leoben
  • Thomas KRENN
    Mag., Leitung Managementsysteme und Standortverwaltung, Stahl Judenburg GmbH
  • Wolfgang POSCH
    Dr.mont., Head of Strategic Management, OMV Exploration & Production GmbH

Der sparsame Einsatz von Energieträgern in Industriebetrieben ist aus wirtschaftlichen und aus ökologischen Gründen unumgänglich. Um dieses Ziel eines optimierten Energieeinsatzes zu erreichen, ist der Produktionsfaktor Energie ganzheitlich zu steuern. Ausgangspunkt eines effizienten und effektiven Energiemanagements ist eine umfassende Beurteilung des Ist-Zustands mittels des Instruments des Energiemanagement-Assessments. Dieses Assessment sowie die Erfahrungen der Anwendung bei der Stahl Judenburg GmbH werden in diesem Beitrag vorgestellt.

Multiple Analysetechnik

  • Martin EISENBERGER
    Ing., Geschäftsführer, TBE Anlagendiagnostik GmbH

Die Anwendung unterschiedlicher Analysetechniken ermöglicht eine Verbesserung der Aussagekraft und dadurch eine Optimierung der Instandhaltungskosten. Damit gesammelte Anlageninformationen einem Anlagenzustand zugeordnet werden können, sind multiple Datenbänke von Vorteil. Die so vorhandenen Daten stehen für Quervergleiche jederzeit zur Verfügung. Der Vorteil liegt in der klaren Schadensbeschreibung, optimierten Datenerfassung und der effizienten Einbindung in den innerbetrieblichen Wartungs- und Instandhaltungsprozess. So können erfolgte Maßnahmen dem System rückgemeldet und bei positiver Kontrolle abgeschlossen werden.

 

⇐  [Zurück]