Process Mining

Der Begriff Process Mining tritt in letzter Zeit überall auf, sei es in der Produktion, der Instandhaltung, oder beim Management. Doch was genau ist Process Mining überhaupt? Viele Fragen bleiben unbeantwortet. Dieser Beitrag soll die wichtigsten und häufigsten Fragen klären und Ihnen einen Einblick in das Thema Process Mining geben.

Beginnend mit der wohl wichtigsten Frage: Was ist Process Mining eigentlich?

Process Mining kommt ursprünglich aus dem Bereich der Geschäftsprozesse und ist die Verbindung zwischen Data Science und Prozessmanagement. Es wird jenes Wissen über Prozesse und deren Abläufe „gehoben“, dass implizit in den Daten vorhanden ist. Dabei werden sonst u. U. versteckte Informationen aus Prozessdaten identifiziert und visualisiert. Generell wird beim Process Mining zwischen drei Typen unterschieden:

Mit Hilfe der vorliegenden Daten werden die enthaltenen Prozesse rekonstruiert, ohne vorher über Modelle oder Informationen zu verfügen. Hier liegt der Fokus auf der Hebung vorhandener Prozesse.

Bei dieser Methode besteht bereits ein Modell eines Prozessablaufes. Dieses Modell wird mit den Daten und Ergebnissen des Process Minings auf Konformität geprüft.

Ähnlich wie beim vorherigen Typ besteht auch hier bereits ein Modell, welches allerdings nicht nur auf Konformität geprüft wird, sondern erweitert und angepasst wird. Im Idealfall führt dieses Vorgehen zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess und einem besseren Modell des Prozesses.

Was für einen Nutzen bringt Process Mining generell?

Mithilfe von Process Mining kann das in Daten enthaltene und oft verborgene Prozesswissen extrahiert werden. Dadurch können bestehende Prozesse überprüft und verbessert werden. Diese Vorgehensweise ermöglicht Prozessharmonisierungen über verschiedene Organisationseinheiten und Gesellschaften. Weitere Anwendungsfelder finden sich hinsichtlich der Optimierung von Prozesskosten, Durchlaufzeiten, Prozessstabilität oder Engpassanalysen. Die Anwendungsgebiete von Process Mining sind vielseitig und können in vielen Bereichen dank einer leicht verständlichen Visualisierung Klarheit schaffen.

Welche Daten benötige ich für Process Mining?

Die Datenqualität spielt eine sehr große Rolle beim Process Mining. Ohne die passende Datenqualität können kaum Informationen ausgelesen und Optimierungspotenziale abgeleitet werden. Anhand eines Beispiels aus der Produktion lässt sich die notwendige Datenqualität am einfachsten erklären. 
Beispiel: Produktionsaufträge müssen die gleichen drei Stationen durchlaufen. Die zu bearbeitenden Aufträge bekommen eine Nummer zugewiesen, die bei jeder Station aufgezeichnet wird, ebenso wie der Start- und Endzeitpunkt. Es muss eine nachvollziehbare Zusammengehörigkeit und Chronologie vorhanden sein. Je mehr Informationen pro Station gespeichert werden, desto mehr kann schlussendlich dank Process Mining gefunden werden. Besondere Aufmerksamkeit bekommen die aufgezeichneten Zeiten innerhalb eines Prozesses, da sie für die Interpretation der Ergebnisse unentbehrlich sind.

Kann ich Process Mining in meinem Betrieb einsetzen?

Sobald in einem Unternehmen Prozessabläufe (unabhängig davon ob Produktion, Instandhaltung oder Geschäftsprozesse) vorhanden sind und zu diesen Prozessen Informationen aufgezeichnet werden, kann Process Mining einen Mehrwert für das Unternehmen bringen. Prozessoptimierungen bergen ein riesiges und vor allem oft ein schnelles Verbesserungspotenzial.

Was bringt mir Process Mining in der Instandhaltung?

Jeder Instandhaltungsauftrag kann wie der oben beschriebene Produktionsauftrag ablaufen. Zuerst wird der Auftrag für den Instandhalter erstellt, der Auftrag wird angenommen, der Instandhalter beginnt mit der Instandsetzung, die ebenfalls auf einzelne Prozesse heruntergebrochen werden kann, und beendet schlussendlich den Auftrag. Zu jedem dieser Schritte müssen Informationen, wie zum Beispiel die Zeiten, die Maschinen, oder Werkzeuge, gespeichert werden. Anhand dieser Daten kann mit Process Mining einerseits die Datenqualität geprüft und andererseits können Optimierungen für den Prozessablauf aufgezeigt werden. Es dient somit zur Schwachstellenanalyse und Maßnahmenableitung für die betrachteten Prozesse.

Wer unterstützt mich bei Process Mining Aufgaben?

Die ÖVIA hat ein enges Verhältnis zum Lehrstuhl für Wirtschafts- und Betriebswissenschaften in Leoben, der dank der vielseitigen technischen Ausbildung an der Montanuniversität Leoben Erfahrungen in vielen unterschiedlichen Bereichen der Prozessabläufe hat. Zusätzlich engagiert sich der Lehrstuhl seit mehreren Jahrzehnten intensiv bei der Modernisierung der Instandhaltung und gibt das Wissen mit Weiterbildungsmöglichkeiten und Projekten in der Wirtschaft an Unternehmen weiter. Für die Hilfe bei der Umsetzung von Process Mining Aufgaben in der Instandhaltung, oder auch für erste Schritte in die Richtung des Process Minings, ist der Lehrstuhl für Wirtschafts- und Betriebswissenschaften Leoben der ideale Partner. Wir stellen gerne den Kontakt her, falls Sie Interesse an einem Projekt haben.

Das Seminar „Einführung in die Datenanalytik“ könnte für Sie auch von Interesse sein! Informieren Sie sich unter [ https://wbw.unileoben.ac.at/weiterbildung/seminare/datenanalytik ]

Katharina Mertens


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DI Philipp Kraker
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