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Günter Horn — Speaker
Portrait Günter Horn
© Günter Horn

Dr. Günter Horn

Freier Ingenieur und Vorstandsmitglied des Vereins »Menschen in komplexen Arbeitsumwelten«

Ingenieurbüro Dr. Horn
Beratung
Verein "Menschen in komplexen Arbeitsumwelten"
Autor
© Horn Engineering

Dr.-Ing. Verfahrenstechnik, seit 2004 freier Ingenieur mit dem Beratungsschwerpunkt Instandhaltung und Projektmanagement in den Bereichen Chemische und Prozessindustrie. 1987‒2000 in verschiedenen Positionen bei der Hoechst AG tätig. 1996‒2000 Notfallmanager im Stammwerk Höchst. 2000‒2004 als Projekt- und Betriebsleiter bei den Hoechster Nachfolgeorganisationen Infraserv, Clariant und Celanese in Deutschland und Schweden tätig. Vorstandsmitglied des Vereins »Menschen in komplexen Arbeitsumwelten« e. V. Autor verschiedener technischer Fachaufsätze, diverse Publikationen schwerpunktmäßig in den Bereichen Instandhaltung, Sicherheitsfaktor Mensch und Notfallmanagement.

Sinnvolle Anwendung von KI und Arbeitsteilung zwischen Menschen und künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz stellt sich als das große Heilsversprechen dar. Es ist beeindruckend, was sich hier getan hat und was in der nächsten Zeit auf uns zukommt. Um so wichtiger ist es, die Potentiale sinnvoll zu nutzen. Dazu sollte man sich die Grenzen der Leistungsfähigkeit anschauen. Und zwar vor allem beim Nutzer. Nur wenn der Nutzer seine eigenen Stärken und Schwächen kennt, kann er das Werkzeug richtig einsetzen. Dies gilt beim Hammer und Drehmomentschlüssel in der Instandsetzung, beim Diagnosegerät in der zustandsorientierten Inspektion und auch bei einen KI Tool. Erst wenn man sich darüber im Klaren ist, was man von sich als Mensch erwarten kann, sollte man sich Gedanken machen, für welche Anwendungsgebiete das neue Werkzeug, hier die KI, geeignet ist.

Die Betrachtung der „human factors“ zeigt auf, was wir als Menschen gut können und was weniger gut. Technik soll da unterstützen, wo wir nicht gut sind, und das tut sie auch in vielen Bereichen und Anwendungen. Dies entlastet die Anwender, es verhindert Stress und damit Fehler. Hingegen ist es fraglich, ob es sinnvoll ist, menschliche Stärken mit Technik zu simulieren oder zu imitieren. Es ist nicht nur sehr aufwändig, die Ergebnisse sind auch in Frage zu stellen. Gerade die Bereiche Flexibilität, Intuition und Kreativität sind Dinge, die wir Menschen gut können. Was wir gut können, machen wir auch gerne. Warum sollte hier eine KI übernehmen?

Wie versucht künstliche Intelligenz Flexibilität und Intuition zu simulieren? Wie können Algorithmen, Datenbanken und large language models hier vorgehen? Dazu werden Datenbanken durchsucht, Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen durchgeführt, und letztendlich wettet der Algorithmus. Dabei kann es vorkommen, dass Ergebnisse überhaupt nicht sinnvoll sind. Es wird aber immer ein Ergebnis produziert, die Aussage, „da kann ich momentan nichts zu sagen“, kommt selten vor. Ein wichtiger Aspekt beim Einsatz von KI ist zu beachten, dass die Technik den Menschen unterstützen soll. Dazu muss der Mensch die Kontrolle behalten und darf von der Technik nicht übermannt werden. Auch das muss letztendlich vom Menschen beeinflusst und gesteuert werden. Die spezifizierende Kompetenz muss immer in der Hand des Menschen bleiben. Der Ingenieur darf hier nicht als Fallensteller auftreten und die Nutzer mit der neuen Technik überfordern. Ebenso dürfen Ergebnisse der KI nicht kritiklos übernommen werden. KI hat keine Fehlerkultur aber dafür ein uneingeschränktes Selbstbewusstsein. Wenn hier nicht geprüft und hinterfragt wird, kann es gefährlich werden.


In diesem Vortrag geht es daher nicht so sehr um die Potentiale der KI, sondern darum, wie wir als Mensch mit unseren Fähigkeiten KI am gewinnbringendsten einsetzen können. Dazu möchte ich auf Erfahrungen mit sogenannter intelligenter Technik aus der Vergangenheit eingehen und was wir daraus für die neue Herausforderung lernen können.