
Hybride Intelligenz in der industriellen Wartung und Instandhaltung
Der Beitrag adressiert Fragen des Wissensmanagements in der industriellen Wartung und Instandhaltung. Ausgehend von unterschiedlichen, für die Instandhaltung gleichermaßen relevanten Wissensarten, darunter explizites kodifiziertes Wissen und implizites Erfahrungswissen der Fachkräfte, werden die Herausforderungen der betrieblichen Praxis hinsichtlich der Verfügbarkeit und Entwicklung des erforderlichen Wissens für die Vermeidung von Störungen und Stabilität des Systems aufgezeigt. Im Zentrum stehen konkrete betriebliche Fälle, in denen die Verfügbarkeit von Wissen besonders erfolgskritisch sind (Fachkräfteknappheit, Product-Service-Systems, verfügungsorientierte Geschäftsmodelle, etc.). Die Reflexion und Bewertung von Lösungsansätzen befasst sich mit Varianten hybrider Intelligenz, bei denen menschliche und künstliche Intelligenz (KI) miteinander verzahnt werden. Dabei wird ein soziotechnischer Ansatz der Arbeitsgestaltung zugrunde gelegt, der unter der Prämisse des Joint Optimization sowohl Konsequenzen für den Betriebsablauf (Stärkung der Resilienz) als auch die Beschäftigten (Planbarkeit von Arbeitszeit & Arbeitsort, Augmentierung des Domänenwissens) berücksichtigt. Ziel ist es auf qualitativer Basis (fallstudienbasiert) herauszuarbeiten, für welche Szenarien der industriellen Wartung und Instandhaltung welche Gestaltungsvarianten hybrider Intelligenz zukunftsweisend sein können. Dies schließt die Wahl der KI (general purpose vs. single purpose AI) und die Voraussetzungen auf Seiten der Arbeitskräfte (Nutzerverhalten, Nutzerfähigkeiten) ein.
